Situation am Langen See in Großwelzheim

Die SPD-Gemeindesratsfraktion befasste sich mit der Situation am Langen See. Hier der Brief vom 16.8.2011 mit Vorschlägen an Bürgermeister Bruder:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Entwicklung des Naturdenkmals „Langer See“ nach seiner Sanierung 2008/2009 hat weiteren Handlungsbedarf ergeben:

  1. Der See ist durch seine Nähe zur B8, zum Parkplatz und zum Sportplatz einigen Belastungen ausgesetzt, die nicht hinnehmbar sind:
    Viele Hunde werden nicht an der Leine geführt, tollen um das Seeufer herum, tummeln sich im Wasser,
    besonders wenn die Hundehalter sie zum Schwimmen größerer Strecken animieren (Einwerfen von Stöcken zum Apportieren).
    Es wurde sogar ein Hundeverein beobachtet, der schon mehrmals mit mehreren Hunden sehr früh am Tag vorfuhr. Die Hunde durften dann nach Herzenslust schwimmen, manche schwammen auch zur Insel.
    Bis sich mehr Personen dort aufhielten, waren diese Vereinsmitglieder schon wieder verschwunden.
    Durch diese Aktivitäten ist die Vogelwelt in ihrem Lebensraum und besonders im Brutgeschäft empfind-
    lich gestört. Naturfreunde beobachten eine drastischen Reduzierung der am Anfang zahlreich vorhande-nen Teichvögel.
    Die vorhandene Beschilderung ist dürftig und antiquiert und beinhaltet für die meisten Hundehalter und andere Besucher keine klar definierten Schutzkriterien. Viele Ortsbürger sind über die Regionalpresse und das Mitteilungsblatt nicht erreichbar.
    Die aufzustellenden Schilder müssen genügend zahlreich und um den See verteilt sein. Das offizielle Schild Naturdenkmal genügt nicht, sondern es sollte durch Bilder und/oder Texthinweise zu den verbotenen Aktivitäten und Verpflichtungen ergänzt werden. Das wird zwar manche Besucher nicht an Verstößen hindern, bietet aber zumindest aufmerksamen Naturfreunden eine Handhabe für ermahnende Hinweise oder in krassen Fällen auch für eine Anzeige.
    Ich schlage dazu vier Standorte vor:
    a) an der Spitze des Langen Sees am Kreisel,
    b) am Parkplatz,
    c) auf der Kahler Seite, wo das jetzige alte Schild steht und
    d) am Ende des Sees am Sportplatz.
  2. Der Verzicht auf den Ballfangzaun sollte noch einmal überdacht werden.
    Hätte der Lange See eine riesige Fläche, wären die Störungen durch das Herausholen von Bällen
    sicher für die Fauna kompensierbar. Für ein solches Gebiet auf engstem Raum ist das aber, besonders
    wie sich das z.B. geballt beim Hahnenkamm-Turnier dargestellt hat, doch zu viel.
    Die Pflanzung der Bäume war ja auf jeden Fall sinnvoll, bietet aber für viele Jahre keinen wirkungs-vollen Schutz gegen herausfliegende Bälle.
  3. Um die weitere Entwicklung des Langen Sees sinnvoll zu begleiten, sollte eine wissenschaftliche und/oder naturschutzfachliche Betreuung institutionalisiert werden. Hierbei können kompetente örtliche Fachleute oder Naturfreunde ehrenamtlich beteiligt werden.
    Bildung, Zielsetzung und Arbeitsweise dieser Begleitung sollten in Zusammenarbeit mit dem
    zuständigen Ausschuss des Gemeinderats formuliert werden. Es wäre auch sicher lohnend, über eine ehrenamtliche Betreuung zum Schutz des Sees nachzudenken.
    Diese Begleitung kann auch eine Entscheidungshilfe für die Frage einer Vergrößerung erarbeiten.
    Es deutet vieles darauf hin, dass die Wasserfläche für die angestrebte Zielsetzung unter Berücksichtigung
    der vielfältigen Belastungen zu klein ist und teich-typische Arten sich deswegen nicht dauerhaft ansiedeln.
  4. Vielfach wird die starke Ausbreitung des Schilfs beklagt. Hier wäre – falls dies nicht schon existiert -
    ein Pflegeprogramm zu entwickeln. Dies gilt auch für untypische Arten, z.B. das Indische Springkraut.
  5. Wegen der Lage so nah an der B 8 sollte über die Regionalpresse eine Sensibilisierung der Bevölkerung erreicht werden. Das Bildmaterial von Ewald Knichelmann würde sicher auch für die Presse einen großen Anreiz für eine umfangreiche Veröffentlichung im überregionalen Teil darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Winicker, Gemeinderat

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